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Betrug im App Store durch gehackte iTunes-Konten
#21

@2holdon,
ich meinte damit nicht, dass es nicht Unrecht ist oder wollte Opfer und Täter vermischen, da hast du den Zusammenhang meiner Argumentation falsch verstanden.
Ich habe lediglich einen Vergleich gezogen, zwischen der Situation im Internet und der im "echten Leben".

Wenn ich mein W-Lan nicht sichere und jemand baut damit mist, sehen die meisten Leute nicht bei sich selbst eine gewisse Mitschuld (Diese attestiere ich ihnen aber eindeutig!).
Wenn ich mein Fenster offen lasse und jemand klaut meine Uhr, ist dies eine ähnliche Situation, nur würden sich die Leute dabei selbst die Schuld geben.

Das ist alles was ich damit sagen wollte. Leute neigen dazu mit zweierlei Maß messen zu wollen.

Selbstverständlich ist beides falsch, Unrecht und verwerflich, aber in dem Fall mit dem W-Lan schaffen es sogar einige Leute zu erwirken, dass sie für unschuldig gesprochen werden. Aber meiner Meinung nach trifft sie eine ganz klare Mitschuld. In dem Fall mit dem Fenster würde dir vermutlich jeder Richter einen Vogel zeigen, wenn du sagst, ich habe da keinerlei Mitschuld.

Diese Differenzierung wiederrum lässt sich nur dadurch begründen, dass man den Generalverdacht ausspricht, dass (fast) jeder deutsche Bürger zu dumm ist mit einem PC (und allem was damit in Zusammenhang steht) umzugehen und dadurch unter besonderem Schutze steht. Denn wenn er mit dem PC umgehen könnte, wüsste er wie man das Netzwerk sichert (und alles andere) und ganz klar gegen Sorgfaltsvorschriften verstoßen und auf jeden Fall eine Mitschuld attestiert bekommen (Siehe auch mein Beispiel mit dem offenen Auto).

Falls Du dich fragst warum mich das ärgert, ganz einfach, denn auch ich bin der Leidtragende, wenn andere zu Dumm sind.
Wenn jemand seine Kreditkarten Daten in einer Phishingmail angiebt, bekommt er es (wahrscheinlich) von der Bank rückerstattet, denn der arme konnte ja nicht wissen, dass die email nicht von der Bank kam. Aber wer wiederrum zahlt dafür, dass man ihm sein Geld rückerstattet?
Richtig, die anderen Bankkunden, über Gebühren etc..
Gleiches gilt für Versicherungen und ähnliches, man sitzt immer mit im Boot und zahlt für die Unfähigkeit anderer. Selbstverständlich will ich hier nicht die Opfer Täter Realitäten verwischen. Die Opfer solcher Machenschaften sind nach wie vor die Opfer und es ist sicherlich nicht von vorne rein ihr Wunsch gewesen, dass alles so passiert, aber wenn es passiert, zahlen andere dafür die Zeche und das finde ich nicht fair. Ich denke man sollte genauer hinschauen, wenn so etwas im Internet passiert und zum Teil den Leuten dann auch NICHT ihr Geld erstatten, wenn sie einfach völlig ohne jeglichen Verstand aggieren, schließlich würde das im "richtigen Leben" auch keiner machen.

Das mag jetzt für den einen oder anderen grausam klingen, aber (vermutlich) wird sich die Internetrechtssprechung über die kommenden Jahrzehnte auch immer mehr der "Alltäglichen" Rechtssprechung anpassen, zumindest bildet sich dieser Trennt insbesondere seit ende des letzten Jahres (glücklicherweise) immer mehr ab. Das führt dazu, dass nicht mehr jeder mit Unwissenheit argumentieren kann. Selbstverständlich tut es mir dann immer noch Leid für die Leute, aber ich bin nicht gewillt für solche Unbedachtheit zu zahlen.
Es heißt ja nicht umsonst, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, man sollte wirklich öfter an diesen Grundsatz denken.
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#22

@Fraaay
"G65Thfn23_*k8 " - des nehm ich, ist des noch frei? :-)
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#23

Nein, das ist mein Passwort hier im Forum. Ich frage mich sowieso, wie Fraaay das rausfinden konnte...
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#24

(05.07.2010, 16:15)expose schrieb:  Wenn ich mein Fenster offen lasse und jemand klaut meine Uhr, ist dies eine ähnliche Situation, nur würden sich die Leute dabei selbst die Schuld geben.
[...]
Aber meiner Meinung nach trifft sie eine ganz klare Mitschuld. In dem Fall mit dem Fenster würde dir vermutlich jeder Richter einen Vogel zeigen, wenn du sagst, ich habe da keinerlei Mitschuld.

Ich habe dich offensichtlich nicht falsch verstanden. Schade.

Du verwechselst (mind.) zwei Dinge miteinander. Das eine ist die Straftat die begangen wird.

Diebstahl ist laut http://dejure.org/gesetze/StGB/242.html schrieb:(1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Dazu gehört auch eingestecktes Geld (Link).Ob Du Dich dazu im selben Zimmer oder von außen hereingreifst ist nicht relevant. Der Gewahrsamswechsel findet bereits durch das Einstecken statt. Das Geld ist eine fremde bewegliche Sache.

Siehe auch http://www.uni-konstanz.de/FuF/Jura/reng..._2-297.pdf (Seite 7).

In dem von Dir bennanten Fall ist die Schuld zu eindeutig und klar. Den Richter würde ich dann gerne mal sehen, der hier die Schuld beim Opfer sieht. (Wie gesagt: Versicherungen sind da eine andere Nummer!)


Zum Zweiten:
Das andere ist das gesellschaftliche Miteinander und die dazugehörige Verantwortung des eigenen Handelns. In Deutschland gibt es eine mehr oder minder intakte Solidargemeinschaft. Dass Du da offensichtlich nicht mitmachen willst, finde ich schade. Denn das sind die Leute, die meinen Sie würden alles richtig machen, Sie würden nie Fehler machen, Sie wären besser als "die anderen".


Es ist hingegen sicherlich eine sehr valide und gute Überlegung die Täter auch zu 100% die durch ihr Handeln entstandenen Kosten tragen zu lassen.

Es lässt sich aber wohl schnell einsehen, dass dies in vielen Fällen wohl nicht möglich ist, da die produktivsten Köpfe der Republik vermutlich nicht so häufig im Konflikt mit dem Strafgesetzbuch sind und die Kosten daher von der Solidargemeinschaft getragen werden müssen. Abgesehen davon gibt es vielleicht auch einige soziale und gesellschaftliche Gründe die dagegen sprechen. Das ist aber eine weitere Diskussion.

Vielleicht kann man ja andere Vergehen mit höheren Strafsummen belegen um auch die Delikte von Diebstahl so kostenneutral abhandeln zu können. Mir fielen da einige Delikte ein, die m.E. viel zu günstig (im pekuniären Sinne) sind.


(05.07.2010, 16:15)expose schrieb:  Es heißt ja nicht umsonst, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, man sollte wirklich öfter an diesen Grundsatz denken.

Du solltes Dein Rechtsempfinden und Dein vermeintliches Wissen darüber öfter mal durch die geltenden Gesetze gegenchecken, damit Du nicht an diesen Satz einmal unangenehm erinnert wirst. Z.B. von einem Richter. Mir scheint, als ob da Bedarf bestünde.

Für mich hat sich dieses Thema damit erledigt. Der Rechtsbeistand Deines Vertrauens hilft Dir sicherlich weiter.
Zurück bleibt Erschütterung über unglaubliche Ansichten die offensichtlich vorherrschen. Es sind hoffentlich Einzelfälle die die Gemeinschaft verschmerzen kann.
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