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Notfall-Kommunikation (für Senioren): Kurzbefehl für Anruf mit Vorlesen der Position

Eine allererster Prototyp eines Homescreens:

   


Aber da wartet noch viel Arbeit.
Verbessern der Kurzbefehle "Position" und "SMS 112", Bestimmung der am besten verständlichen Beschriftungen und Glyphen, Art und Inhalt der Meldung des erfolgreichen Sendens bei "SMS 112" an den Absendenden.

Und natürlich Usability-Tests mit der Zielgruppe, genaue Abstimmung mit der Rettungsleitstelle, welche Inhalte in der SMS passen, etc. etc.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.09.2019, 08:38 von fermion.)
@Danke Quote
@fermion Deine ersten beiden Fragen wurde ja bereits in dem Chip Video beantwortet.
@Danke Quote
Ich hatte gestern ein längeres Telefonat mit dem Leiter der Rettungsstelle Bielefeld, Herrn Palsbröker.

Vorab: solche hochengagierten Personen wünscht man sich überall, wo es um solche Aufgabenbereiche geht.
Mein Respekt und Dank an dieser Stelle.

"Sie rennen bei mir offene Türen ein." lautete seine Begrüßung.

1 AML

In 2-3 Monaten wird die Technik AML in der Rettungsleitstelle in Bielefeld eingeführt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Advanced_Mobile_Location

Damit kann während eines gewöhnlichen Anrufs an 112 von einem typischen Smartphone automatisch die Position übermittelt werden.

Damit sind meine Anstrengungen, per Makro (Kurzbefehle auf iOS) eine Positionsdatenübermittlung zu realisieren obsolet.
Allenfalls als Fallback wären sie nötig bzw. für Gebiete, wo die Leitstellen noch rückständig sind.

2 Notfallpass

Weiterhin interessierte mich, welche medizinischen Standardinfos für die Sanitäter nützlich sind.
Die Antwort: praktisch keine. Da sie für die Sanis nicht überprüfbar sind/keine Zeit für eine Überprüfung ist.
Nicht einmal die Blutgruppe ist relevant, weil sie sich darauf nicht verlassen, sondern trotzdem einen "Kreuztest" vornehmen.

Sinnvoll einsetzbar wären die Infos, wenn sie sich auf einem standardisierten authentifizierbaren offiziellen Medium wie z.B. der Gesundheitskarte befänden.

3 Notruf ohne Interaktion durch Verunfallten

Mich interessierte, ob die Leitstelle Fälle erlebt hat, wo ein Anruf per Roboterstimme einer Apple Watch (oder vergleichbarer Geräte) in der Leitstelle einging.
Siehe diese Beschreibung des Prozederes bei Stürzen:
https://www.chip.de/news/Apple-Watch-Bes...58406.html

Ich war skeptisch, weil meiner Ansicht die Justierung der Schwellen und die Kombination der auslösenden Momente sehr anspruchsvoll ist, wenn man Fehlalarme vermeiden will.

Herrn Palsbröker war kein einziger Fall bekannt, wo sowas in der Leitstelle einging.
Er vermutet, dass dies auch gegen Gesetze verstoßen könnte. eCall für Fahrzeuge dagegen sei zertifiziert.
Aber Genaueres konnte er zu den Armband-Geräten nicht sagen.

In der Feuerwehr selbst hat man in Funkgeräten, die eine sog. Totmannfunktion eingebaut hatten, die mit Lage- und Beschleunigungssensoren arbeiteten, diese jedenfalls genervt wieder deaktiviert, weil sie zuviele Fehlalarme produzierten.

4 Nationale Notfall-App

Hier wird NRW eine "Vorreiterrolle einnehmen". Eine Ausschreibung für die App existiert und vorraussichtlich 2020 wird sie in NRW erprobt werden.


Soweit erstmal zum Thema.

Ich werde hier in Kürze meine umfassenden Vorschläge für eine seniorengerechte Konfiguration eines iPhones zur Kommunikation bei Notfällen in Form einer kleinen Webseite vorstellen.

Aber es ist noch vieles sorgfältig abzuwägen.
@Danke Quote
Gerade stelle ich ein Detail fest:

Auf meinem iPhone 8+ (iOS13) löst die Bedienweise "5maliges Drücken der Seitentaste" das Notruf-Interface mit automatisch startendem Countdown aus.

Die Bedienweise "Lautstärketaste plus Seitentaste" öffnet dass Notruf-Interface mit Schieberegler.

Beim iPhone 6 steht die Bedienweise "Lautstärketaste plus Seitentaste" nicht zur Verfügung.

Ich sage das allein feststellend, ohne Wertung.

Beide Bedienweisen finde ich motorisch zu schwierig für die Zielgruppe Senioren.

Daher habe ich bisher einen anderen Weg gewählt:

Deaktivierung der Sperre, keine Einrichtung von Touch-ID.
Der Homebutton ist leicht zu bedienen.

Dazu einen Kurzwahlbutton auf dem Homescreen.

Allerdings fehlt noch ein Fehlbedienungsschutz.

Fällt euch ein guter Weg ein?
@Danke Quote
@fermion Loide Loide…du hängst dich aber rein. Respekt!
Ich denk einfach mal laut…
Den automatischen Countdown kann man abschalten, dann erscheint nur das Menü und man muss bewusst entscheiden…ich persönlich gehe davon aus, dass man auch Senioren das gleichzeitige Drücken von 2 Tasten beibringen kann. Wenn nicht anders…mit Übung.

Im Übrigen wirst du in Verbindung von Mensch und Technik Fehlalarme nie ausschließen können. Das bestätigt ja auch der gute Mensch von der Leitstelle. 
Das Verhindern der Fehlbedienung bei deiner Button Methode hast du durch das Abwählen der expliziten Nachfrage selbst und gewollt ausgeschlossen…weil es ja einfach funktionieren soll und das alles meinte ich mit "Krücken" (nicht negativ gemeint). Doch du wirst immer wieder irgendeinen Spagat zw. zweckmäßig und sicher machen müssen…hier würde ich lieber einen Fehlalarm zu viel als einen realen zu wenig in Kauf nehmen. Denn die oberste Prämisse ist ja die Rettung eines Verunfallten. 

Durch die Deaktivierung der Sperre ist (bei Verlust - hohe Wahrscheinlichkeit bei älteren) jedes Gerät eines Senioren ein offenes Scheunentor und auch die große Wahrscheinlichkeit von Fehlbedienungen ist vorprogrammiert.
@Danke Quote
@dusti
Danke für Deine Kommentare.
Ich halte das gleichzeitige Drücken von 2 Tasten für zu schwierig. Es reicht ja nicht, wenn ein Senior es in einer Übungssituation hinbekommt.
Außerdem gibt es beim iPhone 6 nur die Variante mit 5maligem Drücken der Standbytaste.

Für das Vermeiden eines versehentlichen Anrufs bei 112 setze ich eine sehr viel höhere Wichtigkeit als bei dem Vermeiden von Fehlanrufen bei Privatpersonen (Notfallkontakten).

Per Kurzbefehl kann man einen Hinweis als Hürde einfügen, wo der Nutzer per OK bestätigen muss, wenn es weitergehen soll.
Ein Slider wäre mir lieber. Echt schade, dass es keinen Slider mehr auf dem Sperrbildbildschirm gibt (wenn kein Touch-ID aktiviert ist).

Zum offenen Scheunentor:
Wenn das Gerät verloren geht, wird es aus der Ferne gesperrt. Die SIM-Karte ebenfalls.

An welche konkreten Gefahren dachtest Du bitte?
@Danke Quote
Weiter oben wurde mir ja vorgeschlagen, ein Seniorenhandy für meinen Vater anzuschaffen.
Ich habe beim Marktführer für Seniorenhandys angefragt, ob das Merkmal AML unterstützt wird. Dies wurde verneint.

Es deutet ein bißchen in die Richtung, die man ahnen kann: in Seniorenhandys steckt veraltete, billige Technik, die mit ein paar großen Knöpfen am Gehäuse verkauft wird.
@Danke Quote
Das Thema klingt fast nach: ab in die "Höhle der Löwen"

Meine 89 jährige Tante, die geistig noch sehr fit ist minimale körperliche Einschränkungen hat, würde dir in vielen Punkten wiedersprechen: es muss einfach und intuitiv sein. Die zig Alarmkurzbefehle auf einem iPhone sind es nicht.
Das Armband, mit dem man selbsttätig Alarm auslösen könnte, gepaart mit einem Sturzsensor wie in der AW, würde sie nutzen... alles andere ist an der Zielgruppe vorbei (IMHO)
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.09.2019, 09:37 von olo.)
@Danke Quote
@fermion es geht nicht um Gefahren, sondern Fehlbedienungen in der Tasche z.B. ohne Sperre…bei den Seniorenhandys bin ich bei dir. Da wird billiges Zeug unter die Leute gebracht.
@Danke Quote
@fermion Deinen Einsatz und Aufwand zu dem Thema in allen Ehren. Aber ich denke das die wenigsten Senioren bei einem Notfall, durch die Aufregung, Schwäche oder Verletzungen überhaupt in der Lage sind mit einem Smartphone einen Notruf abzusetzen. Egal wie einfach es ist oder wieviele Knöpfe man drücken muss.
@Danke Quote
@olo das sehe ich ähnlich…meine Mutter ist echt noch fit mit ihren 75 Jahren…doch die vielen verschiedenen Buttons mit den separaten Funktionen würde sie wohl auch durcheinander bringen.
Das ganze wär mal ein Thema für einen pfiffigen App-Entwickler…
@Danke Quote
@Steffen & @dusti
Wie unterscheidet sich denn das von mir als Prototyp hier vorgestelltes Interface (des Homescreens) von einem Seniorenhandy mit Kurzwahlknöpfen?
Was ist daran schwieriger zu bedienen?

Mal davon abgesehen, dass es wahrscheinlich gar kein "Seniorenhandy" gibt, was AML beherrscht.

Zur Verhütung von Fehlbedienung in der Hosentasche:
Ich denke darüber nach dem Problem mit einer Gürteltasche zu begegnen.
Ein Telefongerät ist so vermutlich auch leichter greifbar als in einer tieferen Jacktasche etc.
Verliersicherer wäre es auch.

Leider habe ich bisher keine Diskussions-Plattform gefunden, wo der Fokus auf solchen Details liegt und wo das ausführlich diskutiert wird.

Hier im Forum ist das Interesse an solchen Themen tendenziell sehr gering.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.09.2019, 11:02 von fermion.)
@Danke Quote
(22.09.2019, 09:36)olo schrieb: Meine 89 jährige Tante, die geistig noch sehr fit ist minimale körperliche Einschränkungen hat, würde dir in vielen Punkten wiedersprechen: es muss einfach und intuitiv sein. Die zig Alarmkurzbefehle auf einem iPhone sind es nicht.
Das Armband, mit dem man selbsttätig Alarm auslösen könnte, gepaart mit einem Sturzsensor wie in der AW, würde sie nutzen... alles andere ist an der Zielgruppe vorbei (IMHO)

Ich denke, dass die Zielgruppe weniger homogen ist, als Du denkst.

Zur Auslösung eines automatischen Notrufes, getriggert durch den Sturzsensor der AW habe ich ja hier ja bereits die Sicht des Leiters der Rettungsleitstelle aus Bielefeld erläutert.
Das ist offenbar eine rechtliche Grauzone, oder sogar illegal. Ich habe die Rechtslage noch nicht geprüft, da fehlt mir auch die Kompetenz.

Notfallsituationen gibt es viele.

Nicht alle sind akut lebensbedrohlich. Daher widerspreche ich Dir deutlich. In nicht lebensbedrohlichen Fällen kann es sehr gut sein, dass ein Senior einfach nur mühelos einen Verwandten anrufen möchte, der ihn irgendwo abholt und dann ggfs. zum Arzt bringt.

Zum Kurzbefehl "SMS an 112": da bin ich völlig einig mit dir/euch. Das stellt nur eine Improvisation dar, bis endlich der Zustand erreicht ist, dass in ganz Deutschland AML in den Rettungsleitstellen verfügbar ist.

"Zur Höhle der Löwen":
Wie schon geschrieben: die Ausschreibung für die "nationale Notfall-App" gibt es längst. Es muss nur endlich von der Verwaltung/Politik umgesetzt werden.

Eine Software, die von einem privaten Akteur für sowas angeboten wird, wäre IMHO der falsche Weg.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.09.2019, 11:10 von fermion.)
@Danke Quote
@fermion Weil es in der Praxis von den Senioren dann meist nicht genutzt wird. Sehe ich bei meinen Eltern. Beide 80 beide noch recht fit. Aber, wenn mal einer alleine zu Haus ist haben sie einen Notrufknopf. Und wo hängt das Ding. Nicht um den Hals, da wo es dann hingehört. Genauso wird es mit einem Seniorenhandy oder Smartphone sein. Ist es gewährleistet das es z.B. immer geladen wird / ist? Und wird es auch immer mitgenommen? Und kann man es dann im Notfall ein der Aufregung auch noch bedienen. Da man diese ganzen Fragen alle mit NEIN beantworten kann gibt es keine 100%ig sicher Lösung zu dem Thema.
@Danke Quote
Es geht nie um "100ige Lösungen". Es geht um eine Verbesserung der Situation.
@Danke Quote
@fermion ich will es mal ganz pragmatisch sagen…es haben sich sicher Heerscharen von Ingenieuren bei  darum Gedanken gemacht und das Resultat war die Watch mit einer Sturzerkennung und automatischem Notrufsystem. Das dies nicht allen möglichen Fällen gerecht wird…ist verständlich. Das es zur Zeit nur möglich ist, private Kontakte zu informieren…liegt nicht an der Watch, sondern bekanntermaßen an Deutschland. Das ich deinen Ansatz sehr gut finde, hab ich schon erwähnt…doch es muss eben zweckmäßig bleiben und das ist es aus MEINER Sicht nicht…

Ich meinte auch keinen direkten Vergleich zu Seniorenhandys…aber meiner Erfahrung nach tun sich ältere Menschen schwerer damit ein Symbol auf einem Touchscreen zu treffen als den Druckpunkt einer physischen Taste zu spüren und zu drücken.
Und dann kommt in dem von Steffen erwähnten Notfall noch die Aufregung dazu…mit der Entscheidung zw. 8 verschiedenen Routinen.

Ich habe mal meine Mutter gefragt, was sie einfacher finden würde…die zwei Tasten und die Abfrage oder 8 Auswahlen. Sie hat die beiden Hardwaretasten favorisiert …eine Kurzwahl zu mir direkt hat sie schon längere Zeit auf dem Homescreen.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.09.2019, 11:27 von dusti64.)
@Danke Quote
@fermion: ich glaube du schätzt die Zielgruppe komplett falsch ein und zerdenkst die Problematik...

Ältere Herrschaften handeln genau wie *Steffen* oder dusti64 es beschreiben: Gerät verlegt, vergessen und nicht geladen. Selbst das banale schnurlose Telefon. Und EINFACH muss es sein.
Da hätte die Apple Watch tatsächlich eine Daseinsberechtigung, aber die meisten sind nicht so technikaffin, wie du dir das vorstellst, oder wünschst.
Und mal die Nachbarn, oder Freunde kurz anrufen, geschieht eher übers Festnetz, statt über ein iPhone (mit wenigen Ausnahmen)
Ich habe tatsächlich öfters mit älteren Herrschaften zu tun und die haben alle ein Smartphone (geschenkt bekommen von besorgten Kindern) und nutzen es nicht, oder falsch und es liegt ungeladen irgendwo rum.

Die Zielgruppe 60-75 ist da schon eher passend, aber die sind widerum nicht die Menschen, die hilflos mit Oberschenkelhalsbruch in der Badewanne liegen.

just my 2c
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.09.2019, 12:02 von olo.)
@Danke Quote
@olo
Ich habe nie behauptet, dass Senioren ihr Gerät nicht verlegen, vergessen, es nicht laden.

Vielmehr mache ich mir genau dazu Gedanken, wie man diese Sache reduzieren kann.

Eine Gürteltasche nannte ich als Idee.
Zwei kleine Powerbanks mit integriertem Kabel werde ich ebenfalls anschaffen, damit das angeklemmt werden kann, wenn das Laden vergessen wurde.

Ich habe übrigens auch öfter mit älteren Herrschaften zu tun. Und es geht mir mit meinem kleinen "Projekt" mitnichten nur um meine eigenen Eltern.

Die Apple-Watch hat für Senioren mehrere gravierenden Nachteile, die hier alle schon zur Sprache kommen:

Der extrem hohe Preis.
Die extrem kurze Akkulaufzeit.
Das winzige Bedieninterface.

Selbstverständlich hat sie auch hochinteressante Vorteile, insbesondere zählen die Vitalsensoren dazu.

Ich werde mich weiterhin zunächst allein auf das iPhone beschränken und versuchen es bestmöglich für Senioren zu konfigurieren. Das ist mein pragmatischer Ansatz.
@Danke Quote
Also, ich sehe das ganz pragmatisch:

Entweder, der Senior (der wer auch immer) ist (im anzunehmenden Notfall) in der Lage die Power-Taste 5x zu drücken oder/und einen Kurzbefehl (ggf. per „Hey Siri“) zu starten (mit oder ohne Sicherheitsabfrage) - dann iPhone mit entsprechender Konfiguration, oder er ist es (wahrscheinlich) nicht - dann Watch mit Sturzerkennung und vollautomatischem (!) Notruffunktion.


Gruß
Macke
@Danke Quote
@McMacke
Was ist denn an der von mir bisher vorgestellten Variante ohne Sperrcode nicht pragmatisch?

Homebutton 2 mal drücken > Kurzwahl-Kurzbefehl drücken > Bestätigungsaktion im Kurzbefehl drücken (um einen versehentlichen Aufruf zu verhüten)

Ich halte sie für deutlich leichter bedienbar als

5mal Powertaste drücken > Slider Notruf SOS
@Danke Quote



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